Fliegen in Almuñécar auf Thermiksuche in den Lauen Wintermonaten

Auf unserem Spanientrip im letzten November, von dem wir auch schon über die Düne in Conil berichteten, haben wir natürlich auch andere Fluggebieten in Spanien besucht. Unter anderem Almuñécar eine Perle in Südspanien mit vielen Möglichkeiten. Knapp 90 Km östlich von Malaga erreicht man das Städtchen direkt am Meer. Almunñécar selbst ist leider etwas verbaut und recht groß, da haben wir uns dazu

entschieden am Campingplatz im 15 min. entfernten La Heradura zu nächtigen. Hier kann man übrigens super soaren, doch dazu später. Erst mal soll es ums Fliegen gehen, ums aufdrehen und die Höhe genießen.

Almuñécar hat in seiner unmittelbaren Umgebung drei Startplätze für verschiedene Windrichtungen. Den Loma del Gato mit 424 m und der Startmöglichkeit Richtung S-SO, den Cerro de Itrabo Startplatz mit 655m und Startrichtung SW und den Alfamar mit 540 m und den Startmöglichkeiten nach SO und SW. Alle sind in 15 - 20 min mit dem Auto erreichbar und da man hier meistens auf andere Flieger trifft, ergeben sich hier oftmals recht spontan kleine Fahrgemeinschaften. Die Organisation Flypark Almuñécar hat in einem der Hochhäuser am Strand ein Infofenster eingerichtet. In der Hauptflugsaison zwischen Oktober und März findet hier zudem ein all morgendliches Briefing statt, wo man sich Infos über Wetter, Wind und die Möglichkeiten einholen kann. Dieses ist um 10 Uhr morgens gratis und freiwillig.

Da man sich den Wind bekanntlich ja nicht aussuchen kann, verbrachten wir die ersten Tage am Loma del Gato Startplatz, der nächste vom Landeplatz am Strand aus zu erreichende take-off. Da der Startplatz auf Privatgrund der dort ansässigen Flugschule ist, muss man sich hier eine Fly Card kaufen. Die Tageskarte kostet 4,20 €, die Wochenkarte 15 € und eine Monatskarte kann man für 30 € erstehen.

Der Startplatz ist überschaubar aber völlig ausreichend und gepflegt. Die drei oben aufgezählten Startplätze sind auf verschiedenen Positionen eines V-förmigen Talkessels angeordnet.

Einmal in den aufgeheizten Kessel gestartet, fängt das Vario auch direkt zu piepsen an und zaubert einem, in Kombination mit dem wahnsinns Ausblick übers Meer, ein großes Lächeln ins Gesicht! Je nach Basis kann man hier super aufkurbeln und an den verschiedenen Graten entlangsoaren. Gute Thermik am ersten Tag lässt uns selbst entscheiden, wann wir direkt am Strand landen möchten. Dort gestärkt von einem Erfrischungsgetränk in einer der Zahlreichen Strandbars und Restaurants geht es natürlich gleich nochmal hoch. Und wie wir am Spätnachmittag merken, sind die Hochhäuser am Strand nicht nur eine wenig schöne Betonlandschaft, man kann, wenn der Meerwind stark genug ist, an ihnen aufsoaren und sich bis in den Sonnenuntergang halten. An manchen Tagen sogar bis auf 500 m wie man uns erzählte. Wir haben hier eine tolle Zeit und genießen das Wetter und die top Bedingungen für mehrere Tage.

Nachdem wir die Bärte langsam kennen und die Landschaft ausgiebig begutachtet, haben wagen wir uns einen Morgen ins Hinterland von Almuñécar zum Startplatz Otivar ca. 45 min vom Ort entfernt. Dieser ist 901m hoch und man kann nach Ost oder nach SW starten. Der Landeplatz ist auf gut 400 m und recht beschaulich. Wenn man sich traut kann man aber auch nach Almuñécar fliegen. Man muss aber beachten, dass es auf der Luftlinie ca. 12 Km langen Strecke höchstens Gewächshäuser gibt auf denen man landen kann, wenn man seinen Schirm nicht aus dem Dickicht pfriemeln möchte.

Schon die Hinfahrt ist der Hammer. Vorbei an steilen Felsnadeln und Wänden fühlt man sich gleich wie im alpinen Gelände, das wir von anderen Gebirgen wie den Pyrenäen kennen. Leider hat der Wind überhaupt nicht gepasst und uns blieb das Erlebnis vom fliegen, zwischen den tiefen Schluchten und den rauen Hängen, vorbehalten. Am Nachmittag haben wir aber noch das Glück, die dritte Perle nach den bisher genannten Möglichkeiten kennenzulernen.

La Heradura, wo wir auch wohnten, hat bei konstantem Westwind nämlich noch einen traumhaften Soaringspot zu bieten. Mitten im Dorf startet man auf ca. 70 m Höhe von einem kleinen unbebauten Stück Land Richtung Meerwind. Die Szenerie ist Filmreif, man kann stundenlang, am mit Villen bestückten Waldhang, soaren und dabei die Aussicht aufs Meer genießen. Vor zum Leuchtturm und wieder zurück über die Baumwipfel und Swimmingpools zum Startplatz hat man einen etwa 1 km langen Hang mit konstantem Aufwind. Ist der Wind zu schwach landet man am langen Sandstrand und wartet bis man zu Fuß in 5 min durchs Dorf wieder am Startplatz steht. Zwei tolle Tage waren uns hier beschert und versüßten uns den Aufenthalt.

Insgesamt ist diese Ecke Spaniens für Gleitschirmbegeisterte ein Traum, wie man ihn sonst nur aus

Zeitschriften und Videoclips kennt. Während es Zuhause winterlich und kalt ist, genießt man hier die milden Temperaturen, die Sonne, die Thermik und die Mojtos, auf die man Daheim im November wahrscheinlich keine Lust hätte. Die Preise sind durchweg fair. Die vielen Gastronomien bieten hervorragende Küche und die Leute sind entspannt und gastfreundlich.

Die tolle Atmosphäre und die wahnsinns Flugmöglichkeiten machen es einem schwer wieder abzureisen. Also schaut auf jeden Fall in Almuñécar vorbei, wenn ihr mit dem Gleitschirm in Südspanien unterwegs seid! Huer kann man es problemlos mehrere Wochen aushalten. Viel Spass beim Fliegen!

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