Halloween in Bassano del Grappa

Der Plan

Am Freitag den 27.10. war ich noch mit meinem Arbeitskollegen Elias zusammen auf der Baustelle. Zusammen ärgerten wir uns über die katastrophalen Wettervorhersagen im Nordalpenraum, und Montag war auch noch Brückentag.

5 Tage frei und kein Flugwetter, extremer Nordstau mit anhaltenden Niederschlägen war vorhergesagt. Auch die Vorhersage für die Südalpen sah nicht gerade gut aus, aber zumindest trocken und doch die Chance auf etwas Sonne.

Schon um 19Uhr passierten Elias und ich die Mautstelle am Eingang zum Wipptal im strömenden Regen und bezahlten wiederwillig die Mautgebühr für die Europabrücke. Schon in Sterzing regnete es nicht mehr und Wir konnten sogar ein paar Sterne sehen. Die Laune wurde besser. Um 22Uhr kamen wir müde am Garden Relais Landeplatz an und legten uns schlafen. Elias legte sich mit dem Schlafsack auf den Parkplatz und ich zwischen unzählige Schirme in meinen Caddy.

Nordföhn

Gut ausgeschlafen starten wir erst einmal zum Frühstücken in die „Birreria Capocaccia“ eine sehr einfache, aber gute und günstige Bar in der es guten Café und Toasts gibt. Danach fahren wir erst einmal an das Denkmal am Gipfel des Monte Grappas wo zwischen 1917 und 1918 die Österreicher und die Italiener in den drei Piaveschlachten versuchten den 1. Weltkrieg siegreich zu beenden was aber scheiterte. Mehrere zehntausende Soldaten kamen dabei ums leben.

Eigentlich war starker Nordföhn vorhergesagt, aber am Gipfel des Monte Grappa herrschte sehr schwacher Wind aus Nord und wir beschlossen vom Startplatz Panettone einen Abgleiter zu machen und unser Auto oben stehen zu lassen was sich später noch als Fehler herausstellen sollte. Bei unserem Flug ins Tal mit vielen anderen Piloten war der Nordföhn doch schon deutlich zu spüren, Thermik war so gut wie nicht vorhanden und so standen wir 15 min später am Landeplatz in Semonzo, einem der drei Landeplätze die es in Bassano gibt.

Später fuhren wir nochmal zum Startplatz „Casette“ der bei Nord und Westwind gut geeignet ist. Elias blieb am Startplatz und ich versuchte mit einem Shuttle hoch zum Auto zu kommen. Das Problem war nur das aufgrund des stärker werdenden Nordwinds keine Shuttles mehr fuhren. Nach 1,5 Stunden trampen nahm mich ein einheimischer Bauer doch noch bis zu meinem Auto mit hoch.

Ich fuhr zu Elias runter wo die Startbedingungen mittlerweile perfekt waren. Wir starteten beide und hatten einen 2h Flug am späten Nachmittag und konnten sogar noch zu den Antennen fliegen. Kurz bevor es dunkel wurde standen wir wieder am Landeplatz und stellten fest das wir schon wieder vor lauter Fluggeilheit unser Auto oben hatten und kein Shuttle mehr fuhr. Glücklicherweise stellte sich das trampen diesmal einfacher dar und 2 nette deutsche nahmen uns mit hoch. Ich nutze die Gelegenheit noch um einen Flug mit meinem Acro Schirm im letzten Licht zu machen währen Elias das Auto runterfuhr.

Camping

Abends fuhren wir an den Landeplatz bei der „Antica Abbazia“. Das ist ein Hotel mit Restaurant, Campingplatz, Hotel und Landeplatz. Netterweise stellt der Betreiber des Komplexes aufgrund der vielen Piloten über Halloween seinen Landeplatz gratis zum campen zur Verfügung. Als kleine Gegenleistung wird erwartet in seinem Restaurant etwas zu essen was aber sehr empfehlenswert und von der Preisleistung super ist! Wir waren jeden morgen und Abend dort essen. 5 Sterne für die dieses Restaurant und den schnellsten Service den wir je in einem Restaurant erlebt haben.

Brücken

Heute war wieder mäßiges Flugwetter und wir flogen rund um die Starplätze und die Antennen herum. Hauptsache fliegen! Später versuchten wir aufgrund besser werdender Bedingungen das Brenta Tal gegen den starken Westwind zu queren. 100m zu tief kamen wir dann auf der anderen Talseite in stärkster Leethermik an, der wir dann aus Sicherheitsgründen den Rücken kehrten. Durch Kommunikationsprobleme zwischen Elias und mir konnte ich ihm leider nicht mitteilen das eine Außenlandung auf der Westseite des Flusses „Brenta“ keine gute Idee ist, da Fluss auf- wie abwärts Kilometerlang keine Brücke kommt. So standen wir dann beide auf der anderen Seite der Brenta und konnten von dort aus leider nicht nachhause trampen was uns dann dazu brachte unsere Schuhe auszuziehen und unter argwöhnischen Blicken der Einheimischen Fliegenfischer den eiskalten Fluss mit riesigen Rucksäcken zu durchqueren. An der Hauptstraße auf der anderen Seite nahm uns dann sofort

wieder ein anderer Flieger bis mit an den Landeplatz.

Streckenflug

Der heutige Tag versprach super Streckenflugwetter und ich standen schon recht früh auf um noch einen Hike and Fly zu dem Startplatz an den Antennen zu machen. 1,5 Stunden später war ich zurück am Landeplatz. Nach dem Frühstück in unserem Stammlokal versuchten wir einen Shuttle zu bekommen was sich aufgrund der vielen Piloten recht schwer darstellte. Um 11:30 Standen wir dann endlich mit hunderten anderen Piloten am Starplatz „Beppi“ und erkämpften uns einen Slot um zu starten was aber gar nicht so leicht war da einige Piloten ihren 2 Jahres Check am sehr engen Startplatz durchführten…

Erst mal in der Luft erwarteten uns extreme Steigwerte für Ende Oktober. Teilweise hatten wir bis zu 5,5 m/s und einen Basishöhe von ca. 2000m. Der aufgrund des Starken Nordföhn sehr turbulente Flug führte uns nach Osten bis kurz vor das Piavetal und nach Westen bis nach Caltrano. Zufrieden genossen wir unser Landebier direkt am Landeplatz.

Halloween

Am Abend fand dann in der „Antica Abbazia“ noch eine sehr aufwendig organisierte Halloweenparty statt an der es an nichts fehlte. Vom Gruselparkur durch den Wald bis zu einer Greifvogelausstellung und der aufwendig maskierten Italienischen Gesellschaft fehlte es an nichts. Viel Wein und Bier später machten wir uns am nächsten morgen auf den Heimweg. Fünf super Tage in Bassano liegen hinter uns, trotz nicht so rosiger Wettervorhersage kamen wir jeden Tag in die Luft während die Nordseite im Dauerregen versank.

Wegfahren lohnt! Auch wegen 5 Tagen!

Viel Spaß beim fliegen

Michel

Facts Bassano

3 Landeplätze

6 Startplätze

https://www.dhv.de/db2/details.php?qi=glp_details&item=1551

http://www.paragliding365.com/index-p-flightarea_details_324.html

Schlechtwetter

Besichtigung Bassano (Grappa probieren)

Besichtigung Venedig (1h mit dem Auto)

Pro-Contra

+ Anfängertauglich Gute Start- und Landeplätze vorhanden

+ Fliegbar bis spät in den Herbst und sehr früh im Jahr schon gute Aufwinde

+ Keine großen Leegebiete

+ Gute Infrastruktur (Camping Übernachtung etc.)

+ Super Möglichkeiten für Hike and Fly (Wanderkarte überall erhältlich)

- Keine Bergbahn (Shuttles oft überlastet)

- Viele Piloten und Flugschulen, daher oft überfüllt (200 Piloten+ am Hang)


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